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Zahlreiche Faktoren im städtischen Umfeld beeinflussen Malaria-Risiko

Merga H et al., 19. April 2025 - Die Malariabekämpfung in afrikanischen Städten steht vor Herausforderungen, die vor allem auf die ungeplante Urbanisierung und die Ausbreitung von Anopheles stephensi zurückzuführen sind. Die Urbanisierung verändert die Malariadynamik, angetrieben durch Umweltveränderungen und Bevölkerungswachstum. Lingscheid et al. identifizierten in einer Übersichtsarbeit Forschungslücken und liefern Strategien zur Bekämpfung und Eliminierung der Malaria.
Aufgezogene Spritze, Tabletten und Stethoskop

Autor*in Studienreferat
Dr. Maddalena Angela Di Lellis, Tübingen

Originalpublikation
Merga H et al. Urban malaria in sub-Saharan Africa: a scoping review of epidemiologic studies. Malar J 2025; 24:131

Fazit

Diese Übersichtsarbeit identifizierte zahlreiche Risikofaktoren für städtische Malaria, darunter soziodemografische und sozioökonomische Faktoren, Reisevergangenheit, Besitz und Nutzung von Insektizid-behandelten Moskitonetzen (ITN), Malariainfektionen in der Vorgeschichte sowie Umweltfaktoren. Dies unterstreicht die Komplexität der Bekämpfung städtischer Malaria, die einen umfassenden Ansatz erfordert, um Mückenbrutstätten und die Exposition der Menschen zu reduzieren.

Diese Übersichtsarbeit ergab eine hohe Prävalenz von Malariainfektionen in städtischen Gebieten in Subsahara-Afrika, wobei die Forscher regionale Unterschiede feststellten. Die Experten identifizierten außerdem zahlreiche Faktoren, die mit städtischen Malariainfektionen assoziiert sind. Wissenschaftler der Jimma University in Äthiopien und der University of California at Irvine in den Vereinigten Staaten entwickelten für ihre Übersichtsarbeit eine umfassende Suchstrategie, in der sie sowohl Beobachtungs- als auch analytische Studien, Fallserien, Fallberichte, deskriptive Querschnittsstudien und graue Literatur berücksichtigten, die seit 2014 veröffentlicht wurde. Darüber hinaus schlossen die Forscher auch einfache Literaturübersichten in das Review ein. Für die Literaturrecherche wendeten die Experten eine 3-stufige Suchstrategie an. Zunächst führten sie eine erste Suche in PubMed, CINAHL (EBSCO), ScienceDirect, Google Scholar und der Cochrane Library durch, um Artikel zum Thema zu identifizieren. Anschließend prüften die Wissenschaftler die Literaturlisten aller einbezogenen Evidenzquellen auf weitere Studien. Die Forscher extrahierten daraufhin die Daten der Studien, die sie anschließend verarbeiteten.

Von insgesamt 2.459 identifizierten Datensätzen wählten die Wissenschaftler 32 Artikel für vorliegendes Review aus. Die Mehrheit der untersuchten Studien wurden in städtischen Gebieten von Ländern in Subsahara-Afrika durchgeführt. Die meisten Studien nannten Plasmodium falciparum als vorherrschenden Malariaerreger. Die Resultate dieser Übersichtsarbeit deuten darauf hin, dass soziodemografische und umweltbedingte Unterschiede die Ausbreitung der städtischen Malaria erheblich beeinflussen. Hinsichtlich der Risikofaktoren zeigen die Studienresultate, dass Stadtbewohner in allen Alters- und Geschlechtsgruppen im Vergleich zu Landbewohnern schwerere Formen der Malaria aufwiesen. Darüber hinaus fanden die Studien einen Einfluss des Alters, des Geschlechts, des Wohlstands, des Einkommens, der Bevölkerungsdichte, des sozioökonomischen Status der Gemeinschaft, des Bildungsstands und eines Zugangs zu Strom im Haushalt auf das Risiko, im städtischen Umfeld an einer Malaria zu erkranken. Mehrere Studien aus unterschiedlichen Ländern zeigten, dass eine in der Vergangenheit durchgeführte Reise das Risiko einer Malariainfektion erhöhte. Unter den Umweltfaktoren waren insbesondere das Vorhandensein von Flüssen, das Leben in deren Nähe, ein Anstieg der Umgebungstemperatur und der relativen Luftfeuchtigkeit mit einer Zunahme von Malariafällen assoziiert, da dies günstige Bedingungen für die Mückenvermehrung und damit die Malariaübertragung in der Stadt schafft. Ebenso zeigte sich, dass die Schwankungen des Malariarisikos innerhalb der Stadt von verschiedenen Umweltfaktoren wie der Nähe zu dichter Vegetation, feuchten und sumpfigen Gebieten und dicht bebauten Gebieten beeinflusst werden. Auch der Einsatz von Insektiziden, die Bauweise der Häuser, Nähe zu Vieh und der Einsatz von Moskitonetzen, insbesondere solcher, die mit Insektiziden behandelt waren, wirkte sich auf das Malariarisiko aus.