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Pränatale Malaria wirkt sich auf neurologische Entwicklung der Kinder aus

Nema S et al., 03. März 2025 - Malaria in der Schwangerschaft kann sich nachteilig auf die Entwicklung des Fötus auswirken, doch die Auswirkungen auf die neurologische Entwicklung sind nach wie vor unklar. Aufgrund einer uneinheitlichen Studienlage hinsichtlich des Zeitpunkts der Exposition, der Bewertungsmethoden und der Studiendesigns bestehen Wissenslücken. Nema et al. fassten vorhandene Evidenz zusammen, quantifizierten Zusammenhänge und identifizierten Forschungslücken.
Aufgezogene Spritze, Tabletten und Stethoskop

Fazit

Die Studie zeigt signifikante Zusammenhänge zwischen Malaria in der Schwangerschaft und der neurologischen Entwicklung auf. Methodische Einschränkungen wie unterschiedliche Untersuchungsinstrumente und Stichprobengrößen verhindern jedoch schlüssige Erkenntnisse. Weitere Längsschnittstudien sind notwendig, um die langfristigen Auswirkungen einer pränatalen Malariaerkrankung besser zu verstehen und Maßnahmen zur Verbesserung der kindlichen Entwicklung in Malaria-Endemiegebieten zu entwickeln.

Vorliegende Übersichtsarbeit zeigt signifikante Zusammenhänge zwischen Malaria in der Schwangerschaft und der neurologischen Entwicklung der Ungeborenen auf. Die Variabilität der Ergebnisse unterstreicht jedoch die Komplexität der Zusammenhänge. Wissenschaftler des ICMR-National Institute of Malaria Research und des International Center for Genetic Engineering and Biotechnology in Neu-Delhi, Indien, führten eine Literaturrecherche in den Datenbanken PubMed und „Malaria in pregnancy“ durch. Die Forscher zielten darauf ab, Studien zu identifizieren, die bis Dezember 2023 veröffentlicht wurden und die den Einfluss einer Malariainfektion während der Schwangerschaft auf die neurologische Entwicklung der Ungeborenen untersuchten. Kinder, die von Müttern geboren wurden, bei denen während der Schwangerschaft oder zum Zeitpunkt der Entbindung Malaria diagnostiziert worden war, stuften die Wissenschaftler als „exponiert“ ein. Leitartikel, Kommentare, Übersichtsarbeiten und Studien, die ausschließlich die Auswirkungen der Malaria auf den Kopfumfang der Kinder untersuchten, schlossen die Forscher aus.

Die Wissenschaftler identifizierten 2.029 Artikel, von denen sie 6 Artikel in die vorliegende systematische Übersicht aufnahmen. Die grobmotorische Entwicklung wurde in den eingeschlossenen Studien anhand von Subskalen von Bayley, der Mullen Scale of Early Learning (MSEL) und dem Malawi Developmental Assessment Tool (MDAT) bewertet. Eine Studie mit Evaluierung mittels Bayley zeigte grobmotorische Unterschiede in den Werten bei Zwillingen je nach Malaria-Expositionsstatus im Alter von 1 Jahr, während eine weitere Studie keine Unterschiede feststellte. Eine Studie mittels MSEL-Bewertung berichtete über einen signifikanten Zusammenhang zwischen einer beeinträchtigten grobmotorischen Punktzahl und Malaria in der Schwangerschaft. Studien mittels MDAT zeigten keine Unterschiede zwischen exponierten und nicht-exponierten Kindern. Kognitive Fähigkeiten von exponierten Kindern schienen sich in den Studien signifikant von jenen nicht-exponierter Kinder zu unterscheiden; eine mindestens einmal während der Schwangerschaft diagnostizierte Malariaerkrankung war signifikant mit beeinträchtigten kognitiven Fähigkeiten assoziiert. Die sprachliche Entwicklung der Kinder hingegen wurde entsprechend einer multivariaten Analyse nicht signifikant durch eine Malariaerkrankung beeinträchtigt. Hinsichtlich des Verhaltens und exekutiver Funktionen der Kinder gab es keine Hinweise darauf, dass sich exponierte und nicht-exponierte Kinder voneinander unterschieden. Die Feinmotorik und die sozialen Kompetenzen der Kinder wurden in 2 Studien bewertet. Beide Studien ergaben keinen signifikanten Zusammenhang zwischen den Bereichen Feinmotorik und soziale Kompetenzen der Kinder und der Malariaexposition der Mütter. Studien zu den Resultaten der neonatalen neurologischen Untersuchung zeigten jedoch, dass das Risiko einer suboptimalen Leistung im Teilbereich Reflexe bei exponierten Neugeborenen im Vergleich zu nicht-exponierten Neugeborenen signifikant erhöht war.