Hiermit bestätige ich, dass ich einen medizinischen oder pharmazeutischen Beruf ausübe [Ärzt*in, Apotheker*in, Pharmazeutisch-technische*r Assistent*in (PTA), Medizinische*r Fachangestellte*r (MFA)].
BadgesStudien
Malariakombinationstherapien zeigen gute Sicherheit und Wirksamkeit
Autor*in Studienreferat
Dr. Maddalena Angela Di Lellis, Tübingen
Fazit
Alle Behandlungsgruppen zeigten nach Beginn der Behandlung ein klinisches Ansprechen. Diese Ergebnisse deuten auf eine ausgezeichnete Wirksamkeit der experimentellen Behandlungsschemata APAP und AFC hin, verglichen mit der ebenfalls ausgezeichneten Wirksamkeit der Standard-AP-Behandlung. Damit erfüllen die Schemata APAP und AFC die wesentlichen Anforderungen an die klinische Wirksamkeit, die von den Experten der Medicines for Malaria Venture für neue Malariamedikamente vorgeschlagen werden.
Mehrfach-Malariakombinationstherapien mit Artesunat – Pyronaridin – Atovaquon –Proguanil (APAP) und Artesunat – Fosmidomycin – Clindamycin (AFC) weisen im Vergleich zur Standardmedikation mit Artesunat – Pyronaridin (AP) einzigartige Eigenschaften auf, um der Entstehung und Ausbreitung von medikamentenresistenter P. falciparum-Malaria entgegenzuwirken. Internationale Wissenschaftler führten zwischen Januar 2021 und November 2021 die randomisierte, kontrollierte Phase 2-Studie MultiMal am Centre de Recherches Médicales de Lambaréné in Lambaréné, Gabun, und am Kumasi Center for Collaborative Research in Tropical Medicine in Kumasi, Ghana durch. Die Forscher schlossen afrikanische Patienten im Alter zwischen 6 Monaten bis 66 Jahren ein, die an einer unkomplizierten, mikroskopisch bestätigten P. falciparum-Malaria litten. Patienten mit Anzeichen für eine schwere Malaria, einem Hämoglobinwert unter 8 g/100 ml, klinisch relevanten Erkrankungen, Schwangerschaft, einer Malariabehandlung in den letzten 6 Wochen sowie nach Verabreichung eines Malaria-Impfstoffs schlossen die Wissenschaftler aus. Die Forscher randomisierten die Patienten den Studiengruppen AP, APAP und AFC innerhalb von 3 Altersgruppen zu, beginnend mit 20 Erwachsenen (18-65 Jahre), gefolgt von 30 Jugendlichen (11-17 Jahre) und abschließend 50 Kindern (6 Monate-10 Jahre). Die Zuordnungsverhältnisse von AP:APAP:AFC betrugen 0:1:1 in der Erwachsenengruppe, 1:1:1 in der Jugendgruppe und 1:2:2 in der Kindergruppe. Die Ärzte verabreichten eine gewichtsabhängige orale, 1-mal täglich zu verabreichende Therapie über 3 aufeinanderfolgende Tage für die AP- und APAP-Behandlungsschemata und 2-mal täglich für das AFC-Schema und beobachteten die Patienten über einen Zeitraum von 42 Tagen nach. Die Forscher führten regelmäßige Blutausstriche durch und erhoben regelmäßig die Körpertemperatur. Die Sicherheitsuntersuchungen umfassten Blutbild, klinische Chemie, Urinanalyse und ein einmaliges 12-Kanal-Elektrokardiogramm (EKG). Als Endpunkte betrachteten die Forscher Sicherheit, Verträglichkeit und Wirksamkeit der Studienbehandlungen an den Tagen 28 und 42, welches sie als „adäquates klinisches und parasitologisches Ansprechen“ [ACPR] definierten.
Von den insgesamt 100 Patienten waren 53 männlich und 47 weiblich. Während der Nachbeobachtungszeit kam es 13-mal zu einem mikroskopisch nachgewiesenen Wiederauftreten der Parasitämie, an Tag 22 der Nachbeobachtung in der AFC-Studiengruppe, am Tag 35 in den AP- und APAP-Studiengruppen. Hiervon erwiesen sich 4 als Reinfektionen und 9 als Rezidiv. Insgesamt lag die PCR-korrigierte ACPR am Tag 28 in allen Studiengruppen über 95 %, während die ACPR am Tag 42 in der AP-Kontrollgruppe bei 87,5 %, in der APAP-Gruppe bei 85,3 % und in der AFC-Gruppe bei 94,4 % lag. Die mediane Parasitenclearancezeit betrug in allen Studienarmen und Altersklassen zusammen 24 Stunden. Behandlungsbedingte unerwünschte Ereignisse (TEAE) traten vor allem im Magen-Darm-Trakt auf. TEAE hämatologischer und metabolischer Natur traten am häufigsten in den Studiengruppen AP und APAP auf, gefolgt von der AFC-Studiengruppe. Der Anteil der Patienten mit TEAE unterschied sich nicht signifikant zwischen den Studiengruppen, alle Behandlungsschemata erweisen sich als sicher.